Mit Minimalismus zu mehr Kreativität

Hallihallo Ihr Lieben, wenn es Euch genauso geht wie mir, dann habt Ihr – so wie übrigens die meisten Künstler – eine ganze Menge angesammelt. In meinem Studio habe ich bis vorgestern noch, den ganzen Kunstkram, den ich besaß ausgestellt, denn jede Menge Pinsel in Gläsern ist ja etwas Tolles. Ich konnte alle Farben, die ich besitze sehen, da ich sie in meinem Regal in Griffweite stehen hatte. Als ich mein Studio eingerichtet habe, war diese Art der Lagerhaltung für mich ein Traum, was könnte es für einen Künstler Schöneres geben als ein Studio voller Kunst und Krempel? Falsch gedacht! Immer öfter stellte ich fest, dass ich um manche Dinge herumgriff oder immer allerlei Sachen wegschieben musste, um an die wirklich nötigen Dinge heranzukommen. Wo war noch gleich mein Lieblingsstift, wo ist mein guter Pinsel, den ich jetzt brauche? Mehr und mehr begannen mich die Dinge, die ich gekauft habe „weil man sie ja mal brauchen kann“ im Alltag und bei der Arbeit zu stören anstatt hilfreich zu sein. Ganz davon abgesehen, störte auch die bunte Vielfalt in meinem Regal rechts neben mir, meine konzentrierte Arbeit. Da ich ein Mensch bin, dessen Kopf kreuz und quer und ungeordnet effizient arbeitet, stellte ich schon vor einigen Monaten fest, dass meine Konzentration sich verbessert, sobald ich an einem aufgeräumten Schreibtisch bin, wo ausschließlich diejenigen Dinge zu finden sind, die ich in dem Moment tatsächlich brauche. Warum also nicht dieses Konzept auf den Rest meines Studios anwenden? Kurzum verbrachte ich einige Stunden dieser Woche mit der Recherche über Minimalismus. Ich lernte, dass Minimalismus, anders als bisher gedacht, nicht heißen muss, dass man nur die allernötigsten und extrem wenige Dinge besitzt. Für manche Menschen bedeutet es dass, aber es gibt auch andere Auslegungsweisen, zum Beispiel die von Marie Kondo. Auch wenn die von ihr ins Leben gerufene KonMari Methode teilweise etwas radikal ist, vertritt sie den Standpunkt, dass man alles das um sich herum behalten sollte, was einen wirklich glücklich macht, ein Konzept was mir sehr zusagt. Nachdem ich online wunderschön eingerichtete und aufgeräumte Häuser zu sehen bekam, die eine unglaubliche Ruhe ausstrahlten und deren Bewohner absolut zufrieden wirkten, begann ich zu träumen: Was wäre, wenn ich sobald ich in meinem Studio bin, nur noch diejenigen Dinge zum Arbeiten habe, die mich wirklich glücklich machen? Wenn ich den guten Lieblingspinsel anstatt ihn immer zu „verschonen“ und für „spezielle Aufgaben“ auszuwählen, immer benutzen kann, weil ich nur noch Lieblingspinsel habe? Was wenn ich nur noch Lieblingsfarben hätte? Was wenn ich ungeliebte Sachen aussortiere und es ab jetzt für alle meine Dinge einen festen Platz gibt? Mit einem Müllsack und einer Kiste bewaffnet ging es dann an die Arbeit. Ich habe ausgemistet, aussortiert und für alles das was mich glücklich macht einen festen Platz gefunden, nichts liegt mehr herum, oder stört mich bei meiner Arbeit. Es macht mich glücklich morgens in mein geordnetes Studio zu kommen und genau zu wissen, wo die benötigten Sachen sind, ohne sie ständig vor Augen zu haben. Hier ist das Ergebnis:      Ein bisschen verrückt? Auf jeden Fall! Aber toll! Einfach toll! Angesteckt von dem euphorischen Gefühl beim Betreten meines Studios und der Freude und der Klarheit, die in meinem Kopf nach der Aufräumaktion herrscht, träumte ich weiter: Was wäre, wenn ich nur noch Lieblingssachen finde, wenn ich meinen Kleiderschrank öffne? Was wenn ich den geliebten Pullover öfters anziehen würde, weil es nur noch Lieblingsteile in der Farbe gibt? Auf diese Art und Weise ging es gestern und vorgestern im ganzen Haus weiter – von Kleidung, über Make-Up, Schmuck, Bücher, Deko, Haushaltsgegenstände, Erinnerungsstücke, alles habe ich unter die Lupe genommen und unnötiges oder ungeliebtes aus meinem Leben verbannt. Mein Fazit: Die letzten Tage waren extrem anstrengend, ich habe sehr viel Kleidung und anderen Kram abgegeben oder weggeschmissen, habe überall im ganzen Haus geputzt, jede Sache in der Hand gehabt und aussortiert und meine Lieblingssachen wieder eingeräumt. Abgesehen davon, dass es jetzt im Haus noch wahnsinnig viel aufgeräumter aussieht als vorher, habe ich jetzt egal welchen Schrank ich öffne, egal welches Zimmer ich betrete, meine Lieblingssachen um mich herum. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich Dinge anhäufe, die mir ein schlechtes Gewissen bereiten, weil ich sie nicht mag oder nicht nutze. Darüber hinaus hat sich auch in meinen Gedanken eine beruhigende Klarheit breitgemacht. Hätte man mir vorher gesagt, wie viel Stress angehäufter Kram auslösen kann, ich hätte es nicht geglaubt. In mir und um mich herum herrscht nun Ruhe und Ordnung – mit ganz viel neuer Klarheit geht es jetzt wieder an die Arbeit – wie befreiend! Wer es gerne probieren möchte, mich hat der Youtube Kanal ‚Pick up Limes‘ und die KonMari Methode zu meiner Aktion inspiriert. Habt Spaß und Freude und macht die Arbeit die Ihr liebt, alles andere ist Zeitverschwendung! Wir lesen uns bald wieder!

Comment

  • Sehr cooler Artikel! Ich verschiebe solche Aufräumaktionen immer auf den nächsten Tag (weil ja immer etwas ach so wichtiges dazwischen kommt) und warte so lange, bis ich den Schrank nicht mehr zukriege.

    Der Artikel motiviert mich dazu nicht auf morgen zu warten, sondern gleich loszulegen! Du hast schon recht, warum die Lieblingssachen verstauben lassen? Coole Einstellung *daumen hoch*

    Bin gespannt auf deinen nächsten Blog
    LG
    Julia Capulet

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Made with love by Sven Janser.
Copyright © JanserImagination.